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Nach der Sommerpause, am 8. Oktober 2009, haben die Vortragsveranstaltungen des römischen Pallotti-Instituts wieder begonnen, an diesem Tag mit Überlegungen zum Thema: "Judith und Maria, Symbolfiguren in der Spiritualität Pallottis". Donatella Scaiola, Dozentin für Bibelwissenschaft an der Päpstlichen Universität Urbaniana begann ihre Präsentation mit einleitenden Informationen über das alttestamentliche Buch Judith. Sie erklärte, dass dies im 2. vorchristlichen Jahrhundert in einer für das jüdische Volk dramatischen Zeit verfasst wurde. Sie erzählt von einer Frau namens Judith, deren Name «die Jüdin» bedeutet. Judith war eine reiche und junge Witwe und unterschied sich von anderen durch ihre Schönheit, ihre Weisheit und ihren leidgeprüften Glauben. Ihr heroischer Akt der Befreiung der Stadt Betulien von der Armee des Holofernes diente dem jüdischen Volk als leuchtendes Beispiel. In dieser Person klärte sich das Verhältnis, das sich in alttestamentlichen Erzählungen wie der von David und Goliath widerspiegelt. Auf den ersten Blick scheint es, dass die Person der Judith und Maria keine direkte Verbindung hätten. Denn im Neuen Testament ist keine Rede von Judith. Wenn man aber diese beiden Personen miteinander konfrontiert, finden wir in Maria von Nazaret viele charakteristische spirituelle Wesenszüge Judiths wieder. Maria, die Mutter Jesu, betrachtet man als eine kraftlose Frau, Dienerin des Herrn. In ihrem Glauben wurde das Magnificat an Gott erweckt, das in ihr und in ihrem Volk große Wunder wirkte. Der heilige Vinzenz Pallotti reflektierte über diese beiden biblischen Figuren in einem für die damalige Zeit traditionellen Weg, verwurzelt in biblischer Exgese und in der Tradition der Kirche. Er war davon überzeugt, dem römischen Volk den großen unverwüstlichen Glauben der beiden und die Treue gegenüber Gott nahezubringen . Die Lehre aus dem Buch Judith war in der Zeit Pallottis von großer Aktualität, denn damals bestand ebenfalls eine große Not, den Glauben im Volk zu erneuern. In der Zusammenfassung unterstrich die Referentin, dass das Buch Judith selbstverständlich auch für die heutige Zeit Gültigkeit besitzt und eine tiefe missionarische Dimension hat.
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